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An das unternehmerische Prinzip glauben

Die EMS-Gruppe beschäftigt in Domat/Ems etwa 1000 Mitarbeitende. Die Firma ist marktführend und verkauft erfolgreich ihre Produkte mehrheitlich ins Ausland. Dahinter stecken Spitzenleistungen in der Produkteentwicklung, den Supportprozessen und im Management, das durch ein kleines Führungsteam verantwortet wird und eine Strategie konsequent umsetzt.

Text: Prof. Dr. Andreas Deuber

Gemessen an den Arbeitsplätzen ist der Bündner Tourismus 25-mal grösser als EMS. Trotzdem ist dieser nicht unternehmerisch aufgestellt, sondern wird durch Vereine, Genossenschaften und die öffentliche Hand organisiert. Das ist etwa so, wie wenn man EMS in basisdemokratische Teams und Abteilungen zerlegen und diese nach dem Milizsystem autonom führen würde. Wer käme denn auf diese Idee? Im Tourismus kommen umgekehrt herum viele nicht auf die Idee, eine gewisse Konzentration und Professionalisierung zuzulassen. So wollen etwa Gemeinden ihre Tourismusabgaben autonom einsetzen, selbst wenn die Wirkungsschwelle nicht erreicht wird. Auch die erodierenden Erträge bei den Bergbahnen sind nicht Anlass zur Konsolidierung, sondern zur Unterstützung mit öffentlichen Geldern, häufig mit der Begründung der Systemrelevanz. Das treiben wir so weit, bis wir im internationalen Tourismussystem nicht mehr relevant sind. Der Tourismus ist kein Industriekonzern und kann es auch nicht sein. Aber genauso wenig kann er nach sozialstaatlichen Ausgleichsgrundsätzen im Milizsystem betrieben werden. Die Devise muss lauten: An das unternehmerische Prinzip glauben und alles dafür tun, dass die Erfolgreichen noch besser werden, um möglichst viele andere mitzuziehen.


PROF. DR. ANDREAS DEUBER

Prof. Dr. Andreas Deuber ist Leiter des Instituts für Tourismus und Freizeit (ITF) an der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

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