Menü

Awakening Albania

9 Studenten, 1 Dozentin, 1 Bus, 1 Fahrer, 7 Tage, 4 Städte – das war unsere Studienwoche, die wir im Bachelor-Studium Tourismus an der HTW Chur vom Fach Project-Management in Practice aus organisierten und die wir in dem einzigartigen und abwechslungsreichen Albanien verbrachten.

Text und Bilder: Sarah Payer

Albanien! Jeder aus unserer Studiengruppe hatte wohl verschiedene Erwartungen an das Land. Das wenige, das wir auf alle Fälle wussten, war, dass die Leute dort sehr gastfreundlich, die Natur mehrheitlich unangetastet, die Orte wegen der fehlenden Infrastruktur oft schlecht zugänglich sind und dass es zudem als eines der ärmsten und korruptesten Länder Europas gilt. Doch das von uns gemachte Bild, das sich durch gewissenhafte Recherche gebildet hatte, war, wie schlussendlich zu erwarten, ein Bruchteil der umso viel interessanteren Wirklichkeit und Realität.

Eine Anforderung an die Studienwoche der HTW Chur war, einen bestimmten Fokus auf ein touristisches Thema zu setzen und vor Ort Feldrecherche zu betreiben. Da wir bereits wussten, dass Albanien sich seit der Öffnung in den 90er Jahren langsam aber sicher in touristischer Sichtweise zu entwickeln begonnen hatte und seit da eine stetig interessantere Feriendestination geworden war, wollten wir uns demnach auf die Frage zu einer „nachhaltigen Tourismusentwicklung“ konzentrieren. Unserer Gruppe war es schnell klar geworden, dass wir nicht nur eine bestimmte Region in Albanien bereisen wollten, sondern gleich mehrere Eindrücke von unterschiedlichen Teilen sammeln wollten, da ja das Entdecken vielerlei Dinge das ist, was das Reisen so begehrlich macht.

Tourismus-Studierende auf ihrer Study Week in Albanien Tourismus-Studierende auf ihrer Study Week in Albanien Tourismus-Studierende auf ihrer Study Week in Albanien
<
>
Tourismus-Studierende auf ihrer Study Week in Albanien

Die Reise führte uns zunächst nach Korfu (Griechenland), von wo aus wir am Sonntagmorgen, dem 05.06.2016, eine Fähre nach Saranda nahmen. Saranda im Süden Albaniens ist die Tourismusdestination, die dank der erstklassigen Lage am Meer nicht nur viele einheimische Touristen, sondern auch internationale Gäste und vor allem Tagestouristen von Griechenland anlockt. Andere Attraktionen in der Nähe sind Butrint, eine Halbinsel mit einer bedeutenden archäologischen Fundstätte, von der Zeit der Griechen bis zum Mittelalter, die sich inmitten eines weitläufigen Nationalparks befindet, sowie Syri i Kaltër (Blue Eye), eine einzigartige Quelle umgeben von einem idyllischen Wald, die mit dem klaren (und ja, leider recht kaltem) Wasser beinahe paradiesisch anmutet.

Von Saranda aus ging es über die wunderschöne Altstadt von Gjirokastra nach Përmet, einem kleinen verschlafenen Städtchen in den Bergen, das sich an einen Flusslauf mit milchig, hellblauer Farbe schmiegt und auch ‚Stadt der Rosen‘ genannt wird. Dort schlüpften wir bei gewittriger Stimmung in die bereitstehenden Neoprenanzüge und Schwimmwesten, um dem wilden Wasser in zwei Schlauchbooten beim River Rafting zu trotzen.

Weiter ging es nach Berat, eine der UNESCO Welterbe Städte Albaniens, wo wir in einem kleinen innovativen und extrem schmucken Hotel (ehemals wahrscheinlich ein Schafstall) auf dem Schlossgelände hoch oben über der restlichen Stadt thronten und die wunderbare Aussicht auf die Reben bereits beim Frühstück geniessen konnten. Wie auch zuvor in Përmet, nutzten wir die Gunst der noch etwas kühleren Morgenstunden und interviewten zahlreiche Tour Operators und Angestellte von Reisebüros, um einen Einblick in den momentanen Stand der Tourismusentwicklung zu erhalten.

Auch eine Wein-Degustation durfte natürlich nicht fehlen, die im angenehm schattigen Garten der Weingutfamilie stattfand und zuvor mit einer interessanten Erzählung über die Familiengeschichte und Weinproduktion eingeleitet worden war. Die Wein-Degustation selbst führte zu vielen amüsanten Gesprächen und Beteuerungen an was der Geschmack des Weines wohl am ehesten erinnere.

Ein Teil unserer Gruppe wurde sogar ins albanische Fernsehen eingeladen!

Die letzte Station unserer Reise war Tirana, die Hauptstadt Albaniens, die ein wirklicher Gegensatz ist zum Süden, den wir zuvor erkundet hatten. Nicht nur sassen da in den Cafés auch mehr Frauen und vor allem junge Menschen, auch die Stadt selbst wirkte viel lebendiger und lebhafter. Zwischen alten Gebäuden prangten neue, es wurde kräftig gebaut und in den Parks fand man zudem überall Skulpturen und Kunstgegenstände. Tirana war für unsere Gruppe die Stadt, in der wir am meisten Meetings mit Experten aus dem Tourismusgebiet hatten. So trafen wir eine Non-profit-Organisation und zwei Tour Operators. Ein Teil unserer Gruppe wurde zudem sogar ins albanische Fernsehen eingeladen! Wenn wir dadurch jetzt nicht bekannt geworden sind?!

Da ein Besuch in Tirana selbst sicher nur halb so spannend gewesen wäre, fuhren wir auch noch raus an die Küste und machten dort eine Sea-Kayaking-Tour, die kräftiges Paddeln und genaues Manövrieren ums Kap herum erforderte. Auch das Hotel war perfekt gelegen und wir waren uns alle sicher, dass wir noch nie zuvor so nahe am Strand ein so preisgünstiges und gutes Zimmer gefunden hatten.

Der letzte Tag in Albanien startete schliesslich mit der Live-Übertragung des Fussballspiels Albanien-Schweiz im Garten der schweizerischen Botschaft in Tirana, wo wir nicht nur sehr gutes Essen (Apéro Riche), sondern auch Fan-T-Shirts und Chappers geschenkt bekamen. Abends kundschafteten wir das Nachtleben Tiranas aus, bis wir schliesslich zurück ins Hotel mussten, unser Gepäck aufgabelten und mit unserem Fahrer, der uns schon die ganze Woche überall mit seinem Bus herumchauffiert hatte und uns dadurch sehr ans Herz gewachsen war, zum Flughafen fuhren, von wo aus wir leider, leider wieder zurück in die Schweiz fliegen mussten.

Weitere Eindrücke finden Sie auf unserer Website und in unserem Video:


SARAH PAYER

Sarah Payer studiert im 4. Semester Tourismus an der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.