Menü

Big Data Technologien für KMUs – Der Bund fördert Investitionen

Daten werden als Treibstoff des einundzwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet. Die Fähigkeit interne und externe Daten zu analysieren und für die Entscheidungsfindung, Optimierung von Unternehmensprozessen und die Entwicklung von neuen Produkten heranzuziehen wird in naher Zukunft eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und öffentlichen Institutionen spielen.

Text: Prof. Dr. Albert Weichselbraun /
Bild: Boston Redevelopment Authority, Die Welt, eSave, moovel Group, Swisscom, Wikimedia

Intelligente Analysen des Verkehrsaufkommens erlauben es Routenführung und Liefergebiet zu optimieren. (Quelle: moovel Group GmbH) Data Analysen von Training und Spielverlauf werden im professionellen Fussball zur strategischen Entscheidungsfindung eingesetzt. (Quelle: Die Welt) Mobilfunkdaten können verwendet werden um den öffentlichen Verkehr in Ballungsräumen zu optimieren. (Quelle: Swisscom) Intelligente Gebäude steuern Heizung und Beleuchtung gemäss prognostizierter und aktueller Mitarbeiterbelegung. (Quelle: Boston Redevelopment Authority) Firmen wie Amazon aber auch Hotels können mittels Big Data Analysen ihre Preise optimal an die aktuelle Nachfrage und die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. (Quelle: Wikimedia) eSAVE entwickelt intelligente Strassenbeleuchtungen, welche die Ausleuchtung der Strassen an Verkehrsteilnehmer und Umweltfaktoren anpasst. (Quelle: eSave AG)
<
>
Firmen wie Amazon aber auch Hotels können mittels Big Data Analysen ihre Preise optimal an die aktuelle Nachfrage und die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. (Quelle: Wikimedia)

In der Praxis ist es jedoch gerade für KMUs sehr schwierig sich mit Big Data Technologien auseinanderzusetzen. Grosse Unternehmen wie Amazon, Facebook, Google oder auch Uber haben zwar gezeigt, dass dieser Bereich über ein hohes Wachstumspotential verfügt und Innovationen zu signifikanten Wettbewerbsvorteilen führen können – doch konzentrieren sich gerade diese Use Cases hauptsächlich auf Anwendungen, welche primär für grosse Unternehmen relevant sind, sodass Überschneidungsbereiche zu KMUs nur sehr schwer zu erkennen sind.

Aus gesellschaftlicher und gesamtwirtschaftlicher Sicht wäre es jedoch sehr wünschenswert, wenn auch KMUs das Innovationspotential von Big Data Technologien realisieren könnten, da mehr als zwei Drittel aller Arbeitsplätze im privaten Sektor von KMUs geschaffen werden.

Die Kommission für Technologie und Innovation KTI fordert daher gezielt innovative Projekte aus allen Bereichen, indem sie die Hälfte der Projektkosten übernimmt, wenn diese in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen durchgeführt werden. Für KMUs mit einem hohen Exportanteil, für welche die Frankenstärke eine besondere Herausforderung ist, wurde der Förderanteil 2016 sogar auf bis zu 70% des Projektvolumens erhöht.

Das Forschungsfeld «Web Intelligence» der HTW Chur hat in den letzten Jahren erfolgreich nationale und international Kooperationen aufbauen können und gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft eine Reihe von Big Data Projekt umgesetzt, in denen es erfolgreich gelungen ist, den Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Literatur, Big Data Anwendungen in internationalen Unternehmen und den Möglichkeiten diese Technologien in KMUs einzusetzen, vorzunehmen. So wurden gezielt Anwendungsmöglichkeiten von Big Data in Unternehmen identifiziert und im Anschluss mittels dieser Technologien Geschäftsprozesse optimiert, die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen verbessert und/oder neue Produkte entwickelt.

Fragen wie zum Beispiel «Wie können KMUs und öffentliche Institutionen Sensordaten und Protokolle nutzen, um Investitionen in ihre Produkte und Services zu optimieren?», «Welche Effizienzsteigerungen lassen sich durch Intelligente Algorithmen im Wissensmanagement einer Organisation realisieren?» oder «Wie können Produkte und Services anhand von Kundenfeedback in Sozialen Netzen optimiert werden?» können von Expertinnen und Experten beantwortet werden, welche nicht nur Anregungen, Empfehlungen und Anknüpfungspunkte für Innovationsprozesse in Unternehmen geben, sondern die Unternehmen auch bei der Erstellung von Förderanträgen und bei der Umsetzung des Projektvorhabens kompetent unterstützen können. Für KMUs bietet dies eine Chance, die entsprechenden Kompetenzen zu erwerben, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit auch den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken.


ALBERT WEICHSELBRAUN, PROF. DR.
Albert Weichselbraun ist Professor for Informationwissenschaft, Leiter des Forschungsfelds «Web Intelligence» am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII der HTW Chur und Chief Technical Officer (CTO) der webLyzard technology gmbh. Zuvor war er als Privatdozent auf der Wirtschaftsuniversität Wien und als Visiting Professor auf der University of Western Australia tätig.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.