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Die Digitalisierung als grosse Chance für junge Arbeitnehmende

Digitale Geschäftsprozesse und junge Unternehmen mit neuartigen, disruptiven Geschäftsmodellen verändern zurzeit die Wirtschaft auf rasante Art und Weise. Hiesige Unternehmen investieren in die Digitalisierung und brauchen gut ausgebildete Digital Business Managerinnen und Manager, die mit der Entwicklung Schritt halten und Unternehmen in das digitale Zeitalter begleiten können.

Text: Armando Schär / Bild: HTW Chur

Der Kunde/die Kundin ist König! Und seine Forderung nach einfach bedienbaren, an seinen Bedürfnissen ausgerichteten Lösungen ist unüberhörbar. Wer mit dem Smartphone heute im Zug kinderleicht Rechnungen bezahlen kann, will nicht mehr verstehen, wieso andere noch zwischen 9 und 17 Uhr Schlange vor dem Bankschalter stehen sollten, um gleiches zu erledigen.

Kostenersparnisse und Kundenservice

Während vor wenigen Jahren bei ersten innovativen Unternehmungen vor allem die Kostenreduktion durch die Schaffung von Kundenportalen im Fokus stand («neu können Sie Ihre Fragen online stellen, bitte nerven Sie uns nicht mehr über die Hotline…»), wird heute versucht, neben Kostenersparnissen, die Bedürfnisse der Kundin und des Kunden möglichst einfach, orts- und geräteunabhängig zu erfüllen. Eines der vielen Beispiele sind die Bestrebungen der SBB bis 2023 die Hälfte der Tickets über die Smartphone App zu vertreiben.

Neuartige und innovative Dienste erleichtern Kundinnen und Kunden den Alltag weit über die schon länger etablierten Online Shops hinaus. Aktuell könnte man da das mobile Portemonnaie der Postfinance (Twint) oder die Geldüberweisungs-App Paymit zwischen Privatpersonen nennen.

Folgen im stationären Geschäft

Kundinnen und Kunden erwarten demnach auch immer verbreiteter digital adaptierte Dienstleistungen und sind schnell bereit, den Provider zu wechseln, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Dies hat dramatische Folgen für das stationäre Geschäft (Brick & Mortar). Für Unternehmen, die es nicht vermögen (oder wollen) sich der Digitalisierung anzunehmen oder sich mit spürbarem Kundenmehrwert differenzieren können, stehen dunkle Wolken am Horizont. Nachdem viele kleinere Läden schon lange von grossen Detailhandelsketten verdrängt wurden, stehen heute selbst diese durch den boomenden Online Handel unter Druck.

Die Digitalisierung ist branchen- und länderübergreifend spürbar. Die Deutsche Bank hat beispielsweise angekündigt, einen Drittel ihrer Filialen zu schliessen und stattdessen in digitale Lösungen zu investieren.

Chancen für innovative Unternehmen

Unternehmen die seit Jahrzenten auf gleiche Weise geschäften, werden plötzlich und oft völlig unvorbereitet von Geschäftsmodellen bedroht, die es vor wenigen Jahren gar noch nicht gab. Beispielsweise stellt die amerikanische Firma Airbnb, die private Zimmer vermittelt, das grundsätzliche Geschäftsmodell der Hotelbranche in Frage. Die Firma Uber macht Taxiunternehmen überflüssig und bietet neben privaten Fahrern auch noch mehr Kostentransparenz. Vor 7 Jahren gab es beide global agierende Unternehmen noch nicht.

Wenig überraschend investieren Schweizer Unternehmen derzeit kräftig in die Digitalisierung und wollen sich aktiv an eine digitalisierte Welt anpassen. Viele stehen mittendrin: Die Migros konnte zum Beispiel mit ihren Online Shops 2014 bereits über 1 Mrd. Franken Umsatz erwirtschaften. Die Post digitalisiert ihre Dienstleistungen und setzt sich gegen die ausländische Konkurrenz zur Wehr und Banken investieren in Fintech-Start-ups.

Chance für junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Dennoch gibt es im Vergleich mit dem Ausland in der Schweiz noch Luft nach oben, wie das Beratungshaus Accenture festhielt. Um die Anpassung und Schaffung von digitalen Ökosystemen zu stemmen, sind Firmen auf gut ausgebildete Fachleute angewiesen. Dies bietet mit den digitalen Medien aufgewachsenen, sogenannten Digital Natives, hervorragende Chancen im Arbeitsmarkt.

Gezielte Ausbildung

Um die Herausforderungen in der Gestaltung digitaler Geschäftsmodelle, der Konzeption von E-Business Lösungen oder deren Projektleitung angehen zu können, braucht es spezifisch ausgebildete Arbeitskräfte. Ab Herbst 2016 bietet die HTW Chur die neue Bachelor-Studienrichtung Digital Business Management in einem flexiblen Studienmodell an.


ARMANDO SCHÄR
Armando Schär ist Studienleiter für die Studienrichtung Digital Business Management an der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

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