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Die Flexibilität auf dem Prüfstand

Die Bachelorstudienrichtung Sport Management an der HTW Chur zeichnet sich durch ein hohes Mass an örtlicher und zeitlicher Flexibilität aus – so verspricht es die Werbung für das seit 2015 angebotene Bachelorstudium. Mit dem im Herbst beginnenden Auslandjahr des Unihockey-Nationalspielers Tim Braillard in Schweden, der während dieser Zeit an der HTW Chur als Student eingeschrieben bleibt, wird dieses Versprechen nun auf die Probe gestellt.

Text: Walter Burk

Bis Ende der letzten Meisterschaft spielte Tim Braillard auf der Centerposition beim UHC Alligator Malans und wurde 2016/2017 zum wertvollsten Spieler (MVP) der Schweizer Meisterschaft ausgezeichnet. Auf die kommende Saison wechselt er nun zum schwedischen Erstdivisionär Mullsjö AIS nach Jönköping, welcher in der letzten Meisterschaft erst im Halbfinal nach sechs Spielen gegen den späteren Meister Storvreta ausgeschieden ist.

Tim Braillard – Foto: Erwin Keller

 

Tore und Assists von Tim Braillard:

 

Kein FH-Wechsel notwendig
Grundsätzlich ist es für Studierende der HTW Chur möglich, ein Auslandsemester an einer anderen Fachhochschule zu besuchen, d.h. sich hier zu exmatrikulieren und im Ausland für ein Semester neu einzuschreiben. Tim Braillard wählt jedoch die Möglichkeit, an der HTW Chur eingeschrieben zu bleiben und das Studium weiterhin mit seinen Klassenkolleginnen und -kollegen zu absolvieren.

Wie ist dies möglich?

Sport Management ist als «Blended Learning»-Studienrichtung konzipiert und beinhaltet 30 Prozent Präsenzunterricht (2 Unterrichtstage pro Woche) und 70 Prozent begleitetes und freies Selbststudium. Da der Präsenzunterricht aufgezeichnet und live übertragen wird, kann sich Tim Braillard in den virtuellen Klassenraum einloggen und sich so aktiv am Unterricht beteiligen. Sollte er einmal verhindert sein, stehen ihm die Aufzeichnungen auch für ein zeitversetztes Nachholen der Lektionen zur Verfügung.

Engagement von allen Seiten
Dieses Szenario, das auch für die Studienrichtung Sport Management neu und einzigartig ist, erfordert ein erhöhtes Engagement aller Beteiligten. Für die Studienleitung bedeutet dieses Modell mehr Betreuungs- und Koordinationsaufwand – beispielsweise für die Prüfungen, für welche in Kooperation mit einem Bildungspartner in Schweden faire Bedingungen geschaffen werden müssen. Für die Dozierenden und die anderen Studierenden der Klasse gilt es, Tim in gemeinsame Arbeiten und Projekte einzuschliessen und seine Mitarbeit sicherzustellen.
Der Spitzensportler selbst geniesst in diesem Modell nicht primär mehr Freiheiten, sondern muss vor allem mehr Selbstverantwortung übernehmen. Neben einem hohen Mass an Disziplin sind von ihm auch ein gutes Selbstmanagement gefordert, sollen Studium, Arbeit und Sport auf höchstem Niveau erfolgreich kombiniert werden.

Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport
Swiss University Sports Federation (SUS) hatte 2015 bis 2017 ein Projekt zur besseren Koordination von Spitzensport und Studium an öffentlichen Hochschulen in der Schweiz durchgeführt. Im Sommer 2017 wurde das Projekt in ein Programm Spitzensport und Studium Swiss Olympic überführt, an welchem auch die HTW Chur beteiligt ist.

Seit 2015 absolvieren regelmässig auch Spitzen- und Leistungssportlerinnen und -sportler an der HTW Chur die Studienrichtung Sport Management und zeigen, dass diese Kombination machbar ist – nicht zuletzt dank eines innovativen Studienmodells und der Bereitschaft der Studienleitung, individuelle Lösungen zur Flexibilisierung auszuarbeiten und zu realisieren.

Weitere Informationen zur Studienrichtung Sport Management sowie zum Swiss Olympic Programm «Spitzensport und Studium».


WALTER BURK
Walter Burk ist Studienleiter der Bachelorstudienrichtung Sport Management. Neben seiner langjährigen Tätigkeit im Bildungssektor bringt er Erfahrungen aus zahlreichen Bereichen des Sports mit, war aktiver Leistungssportler, Trainer und Coach, Vereinspräsident, Mitarbeiter in Sportverbänden, Sportjournalist sowie Sportveranstalter. Aktuell leitet er die Organisationskomitees des Trail Run HTW Chur und der Regional Winter Games 2019 von Special Olympics.

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