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Innovationen als Motor der Schweizer Wirtschaft

Erkenntnisgewinn und Innovationen sind für die rohstoffarme Schweiz entscheidende Ressourcen im internationalen Wettbewerb. Die Wirtschaft ist auf Produkte und Verfahren angewiesen, die aus Sicht der Kundinnen und Kunden besser sind als diejenigen der globalen Konkurrenz. Die Kommission für Technologie und Innovation KTI zeigt, dass Innovation und Qualität auch im Austausch und in der Zusammenarbeit entstehen – zum Beispiel in Innovationsprojekten zwischen Forschenden und Unternehmen oder durch wissenschaftsbasierte Start-ups. Entscheidend ist, dass sich die richtigen Partner finden und bei ihrem Vorhaben gezielt unterstützt werden.

Text: Walter Steinlin / Bild: KTI

Mit dem neuen Sendeempfänger der Kandou Bus SA in Lausanne, können zwischen verschiedenen Geräten innerhalb eines Systems mehr Bits übertragen werden. Der Routenplaner von routeRANK berechnet die Reisen von Personen und Kosten, Termine und Umweltbilanz von Warentransporten. Uepaa! Die 24h Sicherheitsapp des Start-ups Uepaa AG aus Zürich, stellt sicher, dass Berggänger online wie offline mit einem Sicherheitsnetzwerk verbunden bleiben. Das Zürcher Start-up UrbanFarmers AG hat sich zum Ziel gesetzt, Lebensmittel da zu produzieren, wo sie auch benötigt werden: mitten in der Stadt. Die IT'IS Foundation und ZMT Zurich MedTech AG haben eine Simulationsplattform entwickelt, die mit komplexen anatomischen Modellen patientenspezifische Medizin und Behandlungsplanung ermöglicht. Walter Steinlin ist seit 2010 Präsident der Kommission für Technologie und Innovation (KTI).
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Die IT'IS Foundation und ZMT Zurich MedTech AG haben eine Simulationsplattform entwickelt, die mit komplexen anatomischen Modellen patientenspezifische Medizin und Behandlungsplanung ermöglicht.

Innovation – im Sinne der Umsetzung neuer Ideen in volkswirtschaftliche Werte aller Art – ist der Nährstoff der Schweizer Wirtschaft. Innovation ist damit die Voraussetzung für den Wohlstand und das Wohlergehen der Schweiz als rohstoffarmes Land. Innovation bedeutet dabei nicht einfach Wachstum, sondern ständige Verbesserung und Anpassung.
Der Entscheid der Nationalbank, die Untergrenze zum Euro aufzuheben, sowie die hängige Europafrage fordern die Schweizer Wirtschaft zusätzlich heraus. Die Suche nach bestmöglichen Lösungen findet damit unter noch härteren Bedingungen statt. Unternehmen, die von der Eurozone abhängig sind oder die sich in direkter Konkurrenz zu europäischen Anbietern befinden, müssen neue Wege gehen: Abläufe werden optimiert, Kosten reduziert und unrentable Produkte weggelassen. Neuartige Produkte oder Verfahren müssen zeitgemässe, fortschrittliche Lösungen bieten. Denn Innovation und Qualität erlauben letztlich höhere Preise und kompensieren damit den Schweizer Standortnachteil der hohen Lohn- und Infrastrukturkosten.

Der Ausgangspunkt jeglicher Innovation ist dabei immer die Idee, aus der ein gesellschaftlicher Mehrwert entsteht, wenn sie sich bewährt. Damit möglichst viele der vorhandenen guten Ideen in die Realität umgesetzt werden können, bedarf es eines klugen und auf die unterschiedlichen Akteure abgestimmten Innovationssystems. Eine exzellente Forschung, ein gut funktionierendes Bildungssystem und förderliche gesetzliche Rahmenbedingungen bilden die Grundlage und Voraussetzung dafür.

Das Klima muss stimmen
Damit Innovation entstehen kann, braucht es – nebst den Unternehmen – auch die entsprechenden staatlichen Rahmenbedingungen. Der Staat schafft in erster Linie ein innovationsfreundliches Klima, d. h. er schafft die Grundlagen dafür, dass Ideen entstehen können – in Form eines hervorragenden Bildungssystems und Freiräumen für wirtschaftliche Akteure – und hilft, dort Ideen in Innovationen umzusetzen, wo dies von allein nicht zustande kommt. Mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) hat der Bund hierfür ein Instrument, welches dafür sorgt, dass diese Potenziale umgesetzt werden können: Die Kommission finanziert und begleitet Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Hochschulen, um innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Sie unterstützt Start-ups und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen für hochqualifizierte Arbeitskräfte, und sie fördert den Austausch von Wissen und Technologien zwischen Hochschulen und Schweizer Unternehmen.

Ideen auf den Markt bringen
Die KTI verhilft Innovationen zum Durchbruch, indem sie Forschungs- und Entwicklungsprojekte mitfinanziert, die Unternehmen, öffentliche Träger oder Non-Profit-Organisationen gemeinsam mit einer Forschungsinstitution durchführen. Mit Fokus auf neue Technologien und Erkenntnisse werden Projekte gefördert, die auf eine rasche Realisierung ausgerichtet sind. Unternehmen profitieren somit einerseits vom Fachwissen junger, ausgebildeter Forschender und können andererseits die Infrastruktur der Hochschulen für ihre Forschungszwecke nutzen. Die Forschenden wiederum haben einen Partner respektive eine Partnerin, der/die ihr Produkt, ihre Dienstleistung oder ihren Prozess im Markt umsetzt. Die F&E-Projektförderung steht grundsätzlich allen Disziplinen offen. Die KTI fördert nach dem Bottom-up-Prinzip: Die Projektpartner definieren ihre Projekte selbst. Hauptkriterien sind der Innovationsgehalt und das Marktpotenzial.

Arbeitsplätze schaffen durch Start-up-Förderung
Diese Kriterien sind auch in der Start-up-Förderung zentral. Denn neue Firmen schaffen Arbeitsplätze und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Schweizer Volkswirtschaft. Programme und Kurse der KTI vermitteln das notwendige Rüstzeug und die Methodik, um eine Geschäftsidee in einer neuen Firma erfolgreich umzusetzen. Das Programm CTI Start-up stellt für die Start-up-Phase Business Coaches sowie Expertinnen und Experten aus verschiedenen Gebieten zur Seite. Der Coaching-Prozess ist klar strukturiert, die besten Start-ups erhalten das KTI-Start-up-Label von Branchenexperten und -expertinnen, welches als Qualitätssiegel für potenzielle Investorinnen und Investoren gilt. CTI Entrepreneurship ist das Trainingsprogramm des Bundes für künftige Jungunternehmende. Das seit 2003 durchgeführte Programm begleitet die Unternehmerinnen und Unternehmer von morgen bei der Planung und Umsetzung ihrer Ideen.

Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen
Der dritte Förderbereich der KTI unterstützt den Wissens- und Technologietransfer (WTT) zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Innovationsmentorinnen und -mentoren informieren Unternehmende über die Fördermöglichkeiten in der Schweiz und helfen beim Ausarbeiten von Projektgesuchen an die KTI. Sie moderieren den Start in die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und öffentlicher Forschung in wissenschaftsbasierten Innovationsvorhaben von nationaler und internationaler Bedeutung. Die nationalen thematischen Netzwerke vernetzen Unternehmen und öffentliche Forschungsinstitutionen in für die Schweiz besonders attraktiven Themen. Interaktive und physische Plattformen dienen zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch.


ÜBER DIE KTI
Die Kommission für Technologie und Innovation KTI ist die Förderagentur des Bundes für Innovationen. Durch Beratung, Netzwerke und finanzielle Mittel unterstützt sie die Entstehung wirtschaftlicher Leistung aus wissenschaftlicher Forschung.

KTI-PRÄSIDENT WALTER STEINLIN
Walter Steinlin diplomierte 1977 als Elektroingenieur an der ETH Zürich und arbeitete anschliessend bei Hasler AG (heute Ascom) in der Forschungsabteilung. Ab 1983 war er bei der Swisscom in verschiedenen Forschungspositionen tätig, zuletzt als Leiter Institutional Relations (2010-2015). 1996 absolvierte er das International Executive Programme bei INSEAD. Zwischen 1996 und 2008 leitete er «Swisscom Innovations», die Forschungsabteilung von Swisscom. Steinlin war auch viele Jahre in der internationalen Standardisierung bei ITU und ETSI, u. a. als Chairman des ETSI Technical Committee «Transmission», aktiv. 2006/2007 war er Präsident der European Industrial Research Management Association (EIRMA), mit Sitz in Paris.
Heute arbeitet er in Gremien verschiedener Organisationen mit, u. a. in der Kommission «Bildung und Forschung» von economiesuisse, als Institutsratspräsident des iimt in Fribourg und im Stiftungsrat des Schweizerischen Nationalfonds. Seit 2010 ist er Präsident der Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Walter Steinlin hat 3 erwachsene Kinder und wohnt in Bern.

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