Menü

Mich interessiert nicht nur, ob die Dinge schön sind, sondern auch, ob sie funktional sind

Mara Hellstern hat an der HTW Chur Informationwissenschaft studiert. Gleich nach ihrem Bachelor-of-Science Abschluss 2014 bewarb sie sich erfolgreich auf eine Stelle in ihrem Fachbereich Web- und Usability Engineering und leitet jetzt das Usability Labor an der HTW Chur, der Kaderschmiede für Informationswissenschaftler an der HTW Chur.

Text und Bilder: Anja Böhme, STEAUF

Mara Hellstern hat schon früh ihr Interesse für den Informationsbereich entdeckt. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Fachfrau für Information und Dokumentation und bekam die Gelegenheit, in Tansania für das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) eine Medizinbibliothek aufzubauen. Danach stand ihr Entschluss fest, an der HTW Chur Informationswissenschaft zu studieren: «Information ist überall, Daten sind überall, und es braucht jemanden, der das organisiert. Das machen Informationswissenschaftler.» Ihre Entscheidung fiel auf Chur, «weil das Bachelorstudium Information Science in der Deutsch-Schweiz nur hier existiert. Man hat damit eine sehr gute Basis für viele Berufe, und ich fand es einfach spannend, mir das offen lassen zu können, wo genau ich hin möchte.» Während des Grundstudiums interessierte sie sich zunehmend für die technische Seite von Informationswissenschaft («das hätte ich vorher nie gedacht!») und entschied sich daher für «Web- und Usability Engineering» als Vertiefung.

«Usability wird oft mit Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit übersetzt. Als Usability Engineer teste ich Software und Webseiten auf ihre Benutzerfreundlichkeit. Mich interessiert nicht nur, ob die Dinge schön sind, sondern ob sie auch funktional sind», erklärt Mara Hellstern. Das Labor ist Dienstleister für Unternehmen, die wissen wollen: Erfüllt meine Webseite den Zweck, für den sie gedacht ist? Ist sie intuitiv und leicht zu nutzen? Dazu erstellt Mara Hellstern einen Test mit verschiedenen Aufgaben und lässt Probanden testen, ob sie die Aufgaben anhand der Webseite lösen können. Wenn das nicht gelingt oder erst nach langem Herumsuchen, weiss sie: Die Seite ist nicht benutzerfreundlich, die Informationen müssen anders aufbereitet, die Menüstruktur modifiziert, Infoboxen verschoben werden. Usability betrifft aber nicht nur Internetanwendungen – das merkt jeder, der schon einmal ratlos vor einem Fahrkartenautomaten stand.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Lehre. Sie vermittelt den Studierenden die Grundlagen von Usability und den Umgang mit den Geräten im Labor. «Die Studierenden mögen es, weil man etwas sieht und nachher ein Ergebnis hat, eine Heatmap oder ein Gazeplot» – das sind visualisierte Ergebnisse von Eye-Tracking-Messungen.

Wie gefällt der gebürtigen Baslerin das Leben in der Kantonshauptstadt? «Wintersport ist ein grosses Thema», sagt sie, Snowboarden, Skifahren, Rodeln, im Sommer kann man wandern, im Rhein schwimmen oder kajaken. Und dann sind da noch die Beizen: «In Chur haben wir die höchste Beizendichte der Schweiz», erklärt Mara Hellstern und lacht. Mehrere Apps führen durch das Freizeitangebot der Stadt. Wenn sie benutzerfreundlich sind und den Usern die Organisation ihrer Freizeit wirklich erleichtern, dann ist es gut möglich, dass ein Usability Engineer daran mitgearbeitet hat.


MARA HELLSTERN
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII), Leiterin Usability Labor

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.