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Spielerisch innovieren?

Die Digitale Transformation verändert Produkte, Dienstleistungen sowie deren Anbieter fundamental. Dienstleistungen werden zunehmend zum erfolgskritischen Differenzierungsmerkmal von Unternehmen. Auch Industriebetriebe ändern ihre Geschäftsmodelle und konzentrieren sich auf produktbegleitende Dienstleistungen. Die Schweiz ist bekannter Weise das innovativste Land der Welt. Verschiedene Untersuchungen zeigen jedoch, dass wir bezüglich umsetzungsorientierten Faktoren hinter der EU her hinken. Die Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen in unserem Labor zeigt aber, dass schon einfache Massnahmen einiges bewirken.

Text und Bilder: Philipp Bachmann

Nehmen Sie die Perspektive Ihrer Kunden ein. Führen Sie einen Paradigmenwechsel herbei. Von «making people to want things» zu «making things people want». Dabei ist Empathie ausschlaggebend, sie bildet das Fundament eines human-zentrierten Entwicklungsprozesses. Wir begeben uns sozusagen in unsere Kunden hinein und nehmen Ihre Perspektive ein. Dabei messen wir auch deren Umfeld eine Bedeutung zu und betrachten den Kunden im grösseren Kontext. Hört sich einfach an! Betrachten Sie die Welt mal aus den Augen Ihrer Kunden!

 

«Wir verfolgen einen human-zentrierten Entwicklungsansatz, um rasch relevante Ergebnisse zu erzielen»

 

Schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis. Ein potentes Werkzeug sind Prototypen. Zeichnen Sie auf Papier. Spielen Sie mit Lego. Basteln Sie mit Plastilin. Spielen Sie Theater. Sie werden sich wundern, wieviel einfacher es ist vom Selben zu sprechen, wenn man es zusammen anschauen kann.

Machen Sie das Unfassbare fassbar! Prototypen erlauben uns miteinander zu interagieren, die Idee zu erleben und bilden eine gemeinsame Kommunikationsbasis. Was wir hierbei lernen unterstützt uns bei der weiteren Ausarbeitung und Verfeinerung von erfolgreichen Lösungen. Oder wie es Prof. Urs Jenni in einem Beitrag des SRF ausdrückt: «Dieser Raum ist wie ein dreidimensionales Blatt Papier, auf dem neue Konzepte und Geschäftsmodelle entstehen können».

Legen Sie einfach los. Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Haben Sie keine Angst vor Fehlern – Sie lernen daraus. Nehmen Sie kleine Schritte und spiegeln Sie die Ergebnisse mit Ihren Kunden. Noch besser: Nehmen Sie die Schritte gemeinsam mit Ihren Kunden. Ihre Rückmeldungen geben Ihnen wertvolle Hinweise, ob die Stossrichtung stimmt und wo Sie nachbessern müssen. Während Sie beim Erstellen eines Prototypen davon ausgehen, dass ihre Annahmen richtig sind (Verifizierung), gehen Sie beim Testen davon aus, dass die bisherigen Annahmen falsch sind (Falsifizierung). Mit diesen Erkenntnissen verbessern Sie ihre Idee oder Lösung soweit, dass Sie überzeugt sind, dass ihre Kunden diese lieben werden.

Und ganz Allgemein: Haben Sie Spass dabei! Denn Sie werden Ausdauer brauchen, um das nächste Einhorn zu werden. Ganz im Sinne von Thomas Edison: «Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10‘000 Wege gefunden, die nicht funktionieren».

 

Einfacher Prototyp eines komplexen Ökosystems zur Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsbasis


PHILIPP BACHMANN

Philipp Bachmann leitet das Service Innovation Lab (SIL) und ist für dessen inhaltliche Weiterentwicklung und Vermarktung verantwortlich. Ebenfalls ist er Dozent für Strategie und Innovation an der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

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