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Wie bitte, arbeiten im Wald, am Teamanlass?

Mein Name ist Livia Somerville und ich arbeite in der Abteilung Student Services an der HTW Chur. Hauptsächlich bin ich verantwortlich für die Betreuung und Integration der ausländischen Studierenden sowie der Austauschstudierenden der HTW Chur.

Text: Livia Somerville / Bild: Livia Somerville

Die Mitarbeitenden des Rektorats und Prorektorats meistern erfolgreich den steilen Aufstieg durch den Emser Wald. Nach getaner Arbeit haben alle eine Pause verdient.
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Die Mitarbeitenden des Rektorats und Prorektorats meistern erfolgreich den steilen Aufstieg durch den Emser Wald.

Meine Arbeitskollegin hat mir dieses Frühjahr die Organisation des Teamanlasses übergeben. Verteilt auf verschiedene Standorte in Chur und beschäftigt mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten, ist der Teamanlass eine Gelegenheit, bei der sich die Mitglieder des Rektorats und Prorektorats für einen Tag gemeinsam amüsieren. Das war mein laut ausgesprochener Gedanke dazu. Meine Arbeitskollegin korrigierte mich: Wohl eher gemeinsam arbeiten. Im Wald. Wie bitte?

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich aufgrund meiner Ausbildung nun seit einiger Zeit vom klassischen Arbeitsleben und den dazugehörigen Teamanlässen entfernt war. Die Wörter Wald und Arbeiten in Verbindung mit Teamanlass erstaunten mich. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. An meinen in einer Ecke stehenden Wanderschuhen haften Überreste des letzten Waldbesuchs. In der Natur blühe ich auf. Erleben statt konsumieren, geben und beitragen statt nehmen, nicht unterhalten werden müssen – das ist Musik in meinen Ohren. Obwohl dieses Eingeständnis wie ein Zitat aus einer neuen Studie zur Generation Y klingen mag, hoffe ich doch, Ihnen meine Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Empörte Rückmeldungen von Mitarbeitenden aus anderen Generationen zum Teamanlass unter freiem Himmel blieben aus. Ich ging davon aus, dass wir uns bei diesem Thema vereinen könnten. Zumindest für diesen Tag.

Nun, der Tag kam, an dem wir alle unsere Email-Abwesenheitsnotizen mit vertröstenden Worten installierten. Das Wichtigste zuerst: Das Wetter war uns wohlgesinnt. Nicht, dass Sie nun denken, dass wir bei Regenschauer weniger motiviert gewesen wären. Bekleidet in funktionalen Wanderoutfits, wurden wir frühmorgens sehr herzlich vom Team des Bergwaldprojekts in Empfang genommen.

Im ersten Teil des Aufstiegs sassen wir bequem im Auto, doch die letzten, aber durchaus intensiven, Höhenmeter in das vorbestimmte Revier bewältigten wir mit eigener Muskelkraft. Angekommen im Wald oberhalb von Domat/Ems fiel der Startschuss für unseren Auftrag. Nach den Erklärungen seitens der Verantwortlichen des Bergwaldprojekts hiess dieser: aufräumen. Nicht wie Zuhause, wo Staub liegt, lagen auf dem Waldboden Äste soweit das Auge reichte. Damit sich der Wald regenerieren kann, müssen diese Äste gestapelt werden. Mit der Zeit werden sie so natürlich abgebaut.

Die Erläuterungen des Försters von Domat/Ems sowie Inputs des Teams Bergwaldprojekt gewährten uns regelmässigen Rast mit schmackhafter Verpflegung nach dem Motto des Bergwaldprojekts: saisonal, regional, biologisch und wenig Fleisch.

Ein Mann muss drei Dinge tun: Ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen. Machte man(n) sich dieses Sprichwort anno dazumal nicht zum Sinn des Lebens? So haben die Mitarbeitenden des Rektorats und Prorektorats, auch die Frauen, nach der Räumung junge Fichten in den weichen Boden gepflanzt und ihnen liebevoll einen sicheren Start ins zweite Leben gewünscht.

Die wunderschöne Abendstimmung genossen wir zusammen mit der weniger schönen Übersäuerung der Muskulatur in einer Waldhütte bei Domat/Ems. Als «Tüpfli auf dem i» servierte uns das Team des Bergwaldprojekts ein stärkendes Nachtessen in schönem Ambiente. Ja, so lässt sich ein erfolgreicher Teamanlass ausklingen.

Wir danken dem Team des Bergwaldprojekts und empfehlen es gerne an interessierte Volontäre weiter.


LIVIA SOMERVILLE
Livia Somerville ist Austauschkoordinatorin am International Office der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

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