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«Wille, Geduld, Geduld und noch mehr Geduld»

Das Zusammenspiel von touristischen Leistungsträgern in ihrer Bestrebung nach einer Weiterentwicklung der Destination und deren Angebote ist nicht nur in der Theorie von enormer Bedeutung. Fünf Aroser Tourismusexperten diskutierten mit Studierenden der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur über die Wichtigkeit und Herausforderungen von Kooperationen im Tourismus.

Text und Bilder: Monika Heeb-Lendi

Von der Theorie in die Praxis
Um die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu bilden, ist der Austausch mit Praxispartnern für Studierende der HTW Chur enorm wichtig. Während ihrem Studium besuchen sie verschiedene Destinationen und vertiefen damit das in der Theorie Erlernte in der Praxis. Seit vielen Jahren werden HTW-Studierende in Arosa mit viel Offenheit und Gastfreundschaft empfangen. So auch als kürzlich rund 90 angehende Touristikerinnen und Touristiker zu Gast in Arosa waren, um mehr über das Thema Kooperationen im Tourismus zu erfahren.

Tourismus-Studierende an der Podiumsdiskussion

Austausch der Tourismusexperten mit den Studierenden

Es wird viel getan
Jannine Kamm, Projektleiterin Kommunikation bei Arosa Tourismus zeigte den Studierenden in ihrem Referat auf, wo Arosa seine Schwerpunkte setzt und wie diese gemeinsam mit den Leistungsträgern angegangen werden. Wie andere alpine Destinationen, so hat auch Arosa in den letzten Jahren Gäste verloren. Umso mehr muss alles darangesetzt werden, die Attraktivität der Destination zu steigern, um Gäste nach Arosa zu holen und sie emotional an die Destination zu binden. Dafür wird in Arosa viel getan: Mit «Arosa All-inclusive» konnte die Destination 2003 ein nachhaltiges Angebot schaffen und den sinkenden Gästezahlen entgegenwirken. Die verschiedenartigen Angebote und Aktivitäten der Gästekarte, welche über die Jahre weiterentwickelt wurde, bieten nach wie vor einen Mehrwert für Gäste und Einheimische. Auch die Skigebietsverbindung Arosa Lenzerheide, mit welcher die Destination zum grössten zusammenhängenden Skigebiet in Graubünden und zu den TOP-10 Skigebieten in der Schweiz avancierte, steigert die Attraktivität.

Ausdauer und Geduld
Dass solche Projekte manchmal Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, bis zur Umsetzung benötigen, verdeutlichte dann auch die Podiumsdiskussion. Roger Walser, Projektleiter und HTW-Dozent, forderte die Diskussionsteilnehmer Lorenzo Schmid, Gemeindepräsident Arosa und VR-Präsident Arosa Bergbahnen AG, Stefan Reichmuth, Leiter Gästeservice, Marketing & Events, Arosa Bergbahnen AG, Rolf Bucher, Hotelier und Gemeindevorstand Arosa sowie Roland Schuler, Leiter Sport- und Kongresszentrum, Arosa Tourismus mit kritischen Fragen heraus und ermöglichte damit den Studierenden einen spannenden Einblick hinter die Kulissen. Dass neue Projektideen in der Tourismusbranche manchmal enorm viel Ausdauer und Durchhaltewillen fordern, bestätigte auch Rolf Bucher: «Es braucht Wille und Geduld, Geduld und noch mehr Geduld». Damit Kooperationen zu Stande kommen, bedarf es nicht nur gegenseitiges Vertrauen, sondern auch «jemand, der bereit ist, voran zu gehen und den Lead zu übernehmen», ergänzte Lorenzo Schmid. Die Studierenden äusserten grosses Interesse am Austausch mit den Praktikern, was sich in einer Fülle interessanter und kritischer Fragen an die Adresse der Diskussionspartner zeigte. Die Podiumsteilnehmer schätzten den Austausch mit den Studierenden und waren sich einig, dass «es junge, motivierte und gut ausgebildete Touristikerinnen und Touristiker braucht, die an den Tourismus in der Schweiz glauben und ihn weiterentwickeln».

Touristik-Experten in Arosa

Podiumsdiskussion mit Praktikern in Arosa

Am Nachmittag durften die Studierenden die Gästekarte gleich selber nutzen und so wurden die verschiedenen Aktivitäten wie z.B. ChippinGolf, Seilpark, Driving Range etc. ausprobiert.


MONIKA HEEB-LENDI
Monika Heeb-Lendi ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) und Dozierende im Modul Destination Management des Bachelorstudiums Tourismus an der HTW Chur.

Dies ist ein Blog-Beitrag der HTW Chur.

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